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FAVORIT DES MONATS MAI 2026

  • 11. Jan. 2020
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 21. Mai

UNTITLED_2019_160x120x2,8 cm


Nr. 1030_Untitled aus dem Jahre 2019 reiht sich in die Gruppe meiner Farbfeldgemälde ein. 


Das ausserordentliche Gemälde verströmt ein warmes, flimmerndes, gedämpftes Licht, das das Auge des Betrachters einfängt und den Raum mit seiner atmosphärischen Aura flutet.


Im dominierenden Farbfeld des oberen Bildbereiches scheinen in einem dunstigen Wolkengebilde neblige Schwaden bedächtig zu treiben. In unzähligen dünnflüssigen Schichten wurde ein opalisierender Farbton aus Rotlila gewonnen, der Nuancen von Pflaume, Maulbeere und Cyanblau in sich trägt. Die samtweiche Oberfläche weist eine lasierende, beinahe wasserfarbene Konsistenz auf. Fransig auslaufende und sich überlagernde Ränder inszenieren sich in einer Silhouette aus hellen Maulbeerfragmenten subtil und ungestüm auf einem Rahmen aus tieferdigem Gelbbraun-Orange und geben dem Wolkengebilde ein körperliches Erscheinen.


Das untere Farbfeld aus warmen, lasierendem Dunkelbraun nimmt das ätherische Gepräge des oberen Farbfeldes auf. An den auslaufenden Rändern blitzen da und dort gestisch und wild geworfene Spritzer von Cyanblau und Maulbeere auf, die tiefere Farbschichten aufdecken.


Der mittlere Balken aus sattem, kräftigen Orange hat eine dichte, materielle Konsistenz. Seine flammende Präsenz erfasst den Betrachter und zieht das Auge in Tiefen eines  Ozeans aus glühendem Licht und feuriger Energie. Der Blick weitet sich von dem eruptiven «Sonnensturm» allmählich über die gesamte Bildfläche aus, und die Verbindung mit den beiden Blöcken aus «Himmel und Erde» lässt ein Gesamtwerk wahrnehmen, das sich in einem harmonischen Gleichgewicht befindet. 


Bei Nr. 1030 ist überzeugend gelungen, was Dana Cranmer über Rothko‘s einzigartige Technik beschrieb als «Farbschichten, die übereinander gepinselt, eine opalisierende Qualität haben, sodass das Licht aus dem Inneren der Farbschicht selbst zu strahlen scheint». (Mark Rothko, Ausstellungskatalog, Tate, 1987, S. 189). 


Dana Cranmer war als  Kunstrestauratorin von 1970 bis 2021 in New York City beruflich tätig und arbeitete sieben Jahre lang für die Mark Rothko Foundation.




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